Tierbetreuung

Haustiere wie Hunde, Katzen und Co. sind gewissermaßen wie unsere eigenen Kinder. Nachdem wir sie mit viel Liebe großgezogen haben, benötigen sie auch im ausgewachsenen Zustand jede Menge Fürsorge, Zeit und Aufmerksamkeit, damit sie nicht unglücklich werden im gemeinsamen Alltag. Alles läuft perfekt, doch dann tritt der Fall der Fälle ein: du planst einen Urlaub im Ausland oder brichst dir ein Bein, bist also absolut bettlägerig. Und plötzlich hast du keine Chance, der Pflege deines Lieblings gerecht zu werden.

Ganz klar, eine Tierbetreuung muss schnellstmöglich her! Natürlich möchtest du deinen Schatz aber nicht in die nächstbesten Hände abschieben. Bevor du einen Tiersitter engagierst, solltest du auf jeden Fall etwas Recherche betreiben und herausfinden, welche Art von Betreuung ideal ist, wie du einen guten Tiersitter findest und worauf du bei deiner Suche achten solltest.

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Illustration eines Hundesitters mit Hunden an der Leine und eines Mädchens mit Katzen

Unterschiedliche Arten von Tierbetreuung

Erst einmal wirst du feststellen, dass Tierbetreuung nicht gleich Tierbetreuung ist. Online sind hunderte Menschen zu finden, die ihre Dienste anbieten – vom Schüler bis zum professionell ausgebildeten Tiertrainer. Zusätzlich ist die Tierbetreuung auch immer eine Kostenfrage; ein seriöser Anbieter geht meist mit höheren Kosten einher.

Tierpension

Wenn du möchtest, dass dein Haustier während deiner Abwesenheit das volle Programm genießt, eignet sich dafür am besten eine Pension oder ein Hotel. Sie werden vor allem in Großstädten angeboten und verfügen über eine Bandbreite an buchbaren Optionen. Beispielsweise kannst du ein eigenes Zimmer für deinen Hund buchen – was dann entsprechend teuer ist. Tipp: Wenn du einen Urlaub schon früh gebucht hast, wende dich am besten so früh wie möglich an den Anbieter und reserviere einen Platz. Tierpensionen sind beliebt und meist monatelang im Voraus ausgebucht.

Private Tierbetreuung

Hierbei handelt es sich um Privatleute oder Gastfamilien, die ihren Service für Haustierhalter anbieten. Entweder übergibst du ihnen den Schlüssel zu deiner Wohnung oder dein Haustier übernachtet während deiner Abwesenheit bei ihnen Zuhause. Wenn du dich für einen privaten Sitter entscheidest, vereinbarst du vor deinem Urlaub einen Kennenlerntermin und kannst sicherstellen, dass dein Haustier sich in deiner Anwesenheit wohlfühlt und der Umgang mit dem Tier zuverlässig und erfahren wirkt. Teilweise ist es auch möglich, einen kompletten Probetag für dein Haustier zu organisieren, insbesondere bei Hunden.

Zu privaten Tiersittern zählen auch Menschen, die bei eingeschränkter Mobilität der Herrchen und Frauchen Gassi gehen oder bei Bedarf den Besuch beim Tierarzt übernehmen. Sofern du beruflich ziemlich eingespannt bist, solltest du einen solchen Sitter auf jeden Fall in Betracht ziehen. Schließlich haben nur die Wenigsten jeden Tag die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten! Um zu checken, ob der teure Betreuer auch wirklich die vereinbarte Zeit mit deinem Haustier verbracht hat, kannst du dir von ihm Fotos oder eine Bestätigungs-Nachricht senden lassen. Speziell für Hunde gibt es mancherorts auch Hundekitas.

Mann mit Hund im Park
© zach-lucero/unsplash

Tiertrainer

Eine besonders interessante Variante, wenn dein Haustier neben Pflege und Betreuung zusätzlich etwas Nachhilfe in Sachen Erziehung braucht. Das Angebot richtet sich insbesondere an Hundehalter. Wenn du beispielsweise Anfänger im Umgang mit deinem Vierbeiner bist, ein traumatisiertes Tier adoptierst oder wenig Erfahrung mit einer speziellen Rasse hast, kannst du einen solchen Tiertrainer engagieren. Denn auch bei unseren Haustieren gilt: jedes ist individuell und Bedarf einer optimalen Förderung.

Du bist auf der Suche nach einem Tiersitter?

Hier findest du professionelle Tierbetreuer.

Diese Infos benötigt ein Tiersitter von dir

Online Anzeigen durchstöbern und zügig einen Tiersitter aussuchen? Klingt simpel. Doch eine Tierbetreuung schließt mehr mit ein, als du vielleicht vorher vermutest. Wir empfehlen dir unbedingt, auf die Qualifikationen und Voraussetzungen der Tiersitter zu schauen, die für dich in die engere Auswahl fallen. Sie sollten sich intensiv mit den Bedürfnissen deines Haustiers beschäftigen und es bestenfalls in und auswendig kennen, bevor die Pflegezeit beginnt. Natürlich bist du an dieser Stelle gefragt, sie mit allen nötigen Infos zu deinem Liebling zu versorgen, am besten sogar in Form eines kleinen Steckbriefs. Der sollte folgende Punkte mit einschließen:

  • Ort der Betreuung: Soll der Betreuer zu dir kommen oder möchtest du dein Haustier bei ihm Zuhause unterbringen?
  • Umfang der Pflege: Wann und wie oft soll sich der Betreuer um dein Haustier kümmern?
  • Generelle Aufgaben: Was muss im Alltag mit deinem Haustier beachtet und erledigt werden? Welches Futter mag es am liebsten? Welches ist sein Lieblingsspielzeug? Zu welchen Uhrzeiten möchte zum Beispiel dein Hund Gassi gehen?

Qualifikationen, die ein Tierbetreuer bestenfalls mitbringt

Hier gilt: alles kann, nichts muss. Erfahrung im Umgang als professioneller Tierbetreuer ist zwar schön, sollte aber nicht unbedingte Voraussetzung bei deiner Auswahl sein. Schließlich geht es am Ende darum, wie wohl dein Haustier sich in der Gegenwart einer Person fühlt. Und das stellst du am besten bei einem gemeinsamen Kennenlernen fest!

Trotzdem hinterlassen Qualifikationen und Zertifizierungen eines Tiersitters einen guten ersten Eindruck. Wenn ein Betreuer seinen Job ernst nimmt, gibt es für ihn viele Angebote und Möglichkeiten, Fortbildungen zu besuchen und sein Portfolio etwas aufzubessern. Beispiel hierfür ist ein Hundeführerschein oder ein fundiertes Wissen zu rechtlichen Grundlagen, unterschiedlichen Rassen und ihren Bedürfnissen. Wenn du das Tier zum ersten Mal in fremde Hände gibst, kann ein guter Tierbetreuer die Funktion eines Beraters übernehmen. Gleichzeitig solltest du, wenn vorhanden, nach Bewertungen vorheriger Kunden Ausschau halten.

Frau streichelt Katze
© yerlin-matu/unsplash

Telefoninterview und persönliches Kennenlernen

Meist erklären die Tiersitter sich für ein erstes Telefoninterview bereit und geben in ihrer Anzeige ihre Kontaktdaten an. In erster Linie dient das Telefonat dazu, einen persönlichen Kennenlerntermin zu vereinbaren, wenn du ein positives Gefühl hast. Doch trotzdem kannst du dir durch gezieltes Nachfragen einen ersten Eindruck von der Person am anderen Ende der Leitung verschaffen.

Wenn du mit einem Tiersitter telefonierst, frage ihn nach ...

  • … fehlenden Kontaktdaten
  • ... der Verfügbarkeit
  • Referenzen
  • … Vorstellungen, was die Bezahlung betrifft
  • … eventuellen Qualifikationen
  • … den Aufgaben, die bei einer Anstellung auf ihn zukommen können
  • … einem Termin zum Kennenlernen

Beim persönlichen Kennenlernen

Jetzt wird’s ernst: du hast dir deinen Favoriten aus einer Vielzahl verfügbarer Sitter herausgepickt und ein gemeinsames Treffen organisiert. Das kann bei dir Zuhause oder an einem öffentlichen Ort, zum Beispiel einem netten Cafe, stattfinden (was nicht zuletzt von der Art deines Haustiers abhängt. Eine Vogelspinne ins Cafe zu bringen wäre schlecht). Nun ist es an der Zeit herauszufinden, ob der Kandidat nicht nur dir, sondern auch deinem Haustier sympathisch ist.

Frauen mit Hund im Cafe
© ross-sokolovski/unsplash

Frage einen Tiersitter bei einem Glas Limo unbedingt nach seinen Erfahrungen und lasse ihn von einer vergangenen Betreuungssituation mit einem anderen Haustier erzählen. Finde heraus, wo seine Motivation liegt. Ist er ein absoluter Haustier-Fanatiker oder möchte er lediglich schnell und einfach Geld verdienen? Hat er bestimmte Arten und Rassen schon einmal betreut und weiß genau, worauf er sich einlässt? Wenn du während des Gesprächs überzeugt wirst, kannst du eventuell nach einem Probetag für den Sitter und dein Haustier fragen. Wenn du einen Hund hast, kannst du die beiden zum Beispiel auf einen gemeinsamen Gassigang schicken. Achte bei ihrer Rückkehr unbedingt darauf, wie dein Vierbeiner sich verhält und ob er einen entspannten Eindruck auf dich macht.


Formales, Absprachen und rechtliche Grundlagen

Herzlichen Glückwunsch, nach deiner Suche hast du deinen Traum-Tiersitter gefunden! Jetzt fehlt nur noch der nicht ganz so spaßige, doch trotzdem sehr wichtige Teil. Nämlich formale Absprachen. Dazu gehört in erster Linie der Vertrag, den du für den Tiersitter aufsetzt und mit ihm persönlich besprechen solltest. Vorlagen dafür findest du im Internet.

Im gleichen Zuge vereinbart ihr eine angemessene Bezahlung sowie in welchem Rhythmus sie stattfinden soll, sofern du den Sitter für einen längeren Zeitraum beschäftigst. Denk daran, dass du bei einer geringfügigen Beschäftigung den Betreuer bei der Minijob-Zentrale anmeldest. Das ist nötig, wenn er häufiger für dich arbeitet. Außerdem übergibst du ihm, falls so vereinbart, den Ersatzschlüssel zu deiner Wohnung.

Versicherung: Haftpflicht ist gut, Zusatz ist besser

Im Alltag kann vieles passieren. Daher ist es sinnvoll, sich gegen mögliche Schäden in Form einer Haftpflichtversicherung zu wappnen. Das gilt auch für Tierbesitzer, wenn der Fall der Fälle eintritt und Haustiere einen unvorhergesehenen Schaden verursachen. Bei Kleintieren wie Meerschweinchen und Katzen reicht dabei die private Haftpflichtversicherung aus.

Sie schließt allerdings nicht den Schadensersatz bei größeren Tierarten wie Hunden oder Pferden mit ein! Speziell für Hunde können Halter eine Hundehaftpflicht abschließen. Sollte während der Betreuung der Vierbeiner zum Beispiel einen Schaden in der Wohnung des Tiersitters verursachen, übernimmt die Versicherung in diesem Falle die Kosten.

Auf Seiten des Hundesitters ist es gleichzeitig sinnvoll, die eigene Haftpflichtversicherung zu erweitern. Dieser Zusatz wird dann “Betreuung im Auftrag” genannt und ist jedem, der auf die Haustiere anderer Menschen aufpasst, dringend zu empfehlen. Versicherungsfragen solltest du beim Bewerbungsgespräch direkt mit deinem Tiersitter besprechen und vertraglich festhalten.

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