Das richtige Alter für Kinderbetreuung

Eine frühe Fremdbetreuung ist heute nicht mehr wegzudenken. Beide Elternteile wollen bzw. müssen schnellstmöglich nach der Geburt wieder in ihren Arbeitsalltag einsteigen. So bleibt keine Zeit mehr, ganztägig auf das Kleinkind aufzupassen. Also muss eine gute Betreuung gesucht werden. Doch was ist da der richtige Weg? Ob Tagesmutter, KiTa oder Kindergarten – hier erfährst du alles über die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten und was ihre Vorteile sind.

Frau betreut Kinder
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In aller Kürze:

  • Jedes 1-3jährige Kind hat ein Recht auf einen Betreuungsplatz.

  • Tagesmütter schaffen ein familiäres Umfeld und werden zur Bezugsperson des Kindes.

  • KiTas fördern soziale Kompetenzen und den Ausbau der Persönlichkeit des Kindes.

Ab wann sollten Kinder betreut werden?

Bei der Betreuung von Kindern und dem richtigen Alter dafür gehen die Meinung schnell auseinander. Denn jedes Kind ist individuell, daher gibt es keine allgemein richtige Lösung. Das spiegelt sich auch im Recht wieder: Es ist nicht festgelegt, ob ein Kind fremdbetreut werden und ab wann es den Kindergarten besuchen sollte. Als einzig rechtliche Grundlage gilt, dass jedes 1-3jährige Kind Recht auf einen Betreuungsplatz und jedes Kind ab 3 Jahren Recht auf einen Kindergartenplatz hat. Aufgrund fehlender Kapazität sieht hier die Realität jedoch auch anders aus.

So müssen Eltern also für sich entscheiden, was der richtige Weg ist.
In den ersten 1,5 Jahren sollte das Kleinkind genügend Aufmerksamkeit bekommen. Diese Zeitspanne prägt nämlich die Eltern-Kind-Beziehung. Eine zu frühe Fremdbetreuung könnte diese Beziehung gefährden und zu Stress bei dem Kind führen. Sollten beide Elternteile aber aus beruflichen Gründen keine Zeit haben, auf ihr Kind ganztägig aufzupassen, sind die Großeltern oft eine beliebte Alternative. Wenn schon feststeht, dass Eltern nach der Geburt nur kurz pausieren und diese Alternative nicht haben, sollten sie schon während der Schwangerschaft nach einem Betreuungsplatz suchen. Eine zu späte Fremdbetreuung ist jedoch auch nicht gut für das Kind. Denn Kleinkinder suchen meist ab ihrem 2. Lebensjahr Kontakt zu Gleichaltrigen. Es ist in diesem Alter für ihre Entwicklung förderlich, wenn sie Regeln und Strukturen außerhalb ihres Elternhauses kennenlernen. So stärken sie soziale Kompetenzen.

Wichtig ist, dass Eltern hier nicht nur die angenehmste Entscheidung für sich selbst treffen. Finanzielle Faktoren sind natürlich ausschlaggebend. Eltern sollten Kosten vergleichen und können zusätzlich einen Teil der Kinderbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen.
Trotzdem sollte die Art der Betreuung den Bedürfnissen des Kindes angepasst werden. Denn beide, sowohl Eltern als auch Kind, müssen sich mit der neuen Situation wohl fühlen.

Eltern treffen Babysitter
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Tagesmutter oder KiTa – Was ist der richtige Weg?

Die Arbeitswelt nimmt immer mehr Raum in unserem Leben ein. So brauchen frischgebackene Eltern einen zuverlässigen und für ihr Kind geeigneten Betreuungsplatz. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Welche die richtige für ihre Kinder ist, müssen sie individuell entscheiden.

Tagesmutter

Tagesmütter betreuen Kinder in kleinen Gruppen unterschiedlicher Altersklassen. Sie bieten Kleinkindern ein familiäres Umfeld und den ersten sozialen Einstieg. Aufgrund der kleinen Betreuungsgruppen haben Tagesmütter das Potenzial, eine besonders starke Bezugsperson für das Kind zu werden. Das ist besonders bei unter 3jährigen und schüchternen Kleinkindern wichtig. Denn diese brauchen oft ein ruhigeres Umfeld, in dem sich jemand auf sie fokussiert.
Tagesmütter sind flexibler als staatliche Einrichtungen. Eltern können die Betreuungszeiten individuell vereinbaren, sodass auch häufig eine späte oder frühe Betreuung möglich ist. Wenn die Tagesmutter jedoch mal krank ist, kann eventuell kein Ersatz gefunden werden.
Eltern sollten auf jeden Fall eine Probezeit verlangen. So können sie beobachten, wie sich ihr Kind eingewöhnt und ob es Vertrauen zur Tagesmutter aufbaut.

Bist du auf der Suche nach einer Tagesmutter, solltest du dich an das Jugendamt oder an den Tagesmütter-Bundesverband wenden. Auch kirchliche und andere Verbände vermitteln Tagesmütter.

KiTa

Die Kindertagesstätte ist ein Sammelbegriff für die staatlichen Betreuungsformen der Kinderkrippe, des Kindergartens oder des Kinderhorts. Sie gilt als Vorbereitung für die Einschulung. Hier lernen Kinder verstärkt soziale Kompetenzen. Sie haben einen intensiven Kontakt zu anderen Kindern und lernen dementsprechend neue Strukturen kennen. Gleichzeitig wird ihre Selbstständigkeit gefördert, sie missen aber durch die Erzieherinnen nicht an Bezugspersonen.
Auch in einem Krankheitsfall ist die Betreuung in der KiTa gesichert. Dafür sind Eltern aber abhängig von Öffnungszeiten und Ferien.

Frau betreut Kinder
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Was ist das richtige Alter für die KiTa?

Da jedes Kind individuell ist, gibt es kein allgemeingültig “richtiges” Alter für die KiTa. Jedes Elternpaar muss für sich die Vor- und Nachteile von einem “zu frühen” oder “zu späten” Eintritt in den Kindergarten abwägen.
Kinder zeigen meist ab ihrem 2. Lebensjahr das Bedürfnis nach Kontakt zu anderen Gleichaltrigen. Wird das dem Kind verwehrt, kann das schädlich für die sozialen Kompetenzen sein. Entscheiden sich Eltern für einen späteren Eintritt in den Kindergarten kann die soziale Interaktion durch Krabbelgruppen und Spielplätze ausgeglichen werden.
Ein sehr früher Eintritt in einen Kindergarten kann wiederum unnötigen Stress bei Kindern hervorrufen: Sie werden von ihren Bezugspersonen getrennt und in eine unbekannte Umgebung voll fremder Kinder gegeben. Bei solch einem frühen Eintritt ist die gemeinsame Zeit mit den Eltern als Ausgleich besonders wichtig. Gleichzeitig muss die Erzieherin zu einer weiteren Bezugsperson werden.
Wichtig für das Kind sind also Konstanz und Zuverlässigkeit sowie eine Bezugsperson. Nur so können Selbst-, Sozial- und Handlungskompetenz aufgebaut werden und die Persönlichkeit des Kleinkindes gefördert werden.

Alternative Betreuungsmöglichkeiten

In Krabbelgruppen erfahren Kleinkinder einen spielerischen Zugang der Betreuung. Bereits Säuglinge können dort betreut werden. Die Gruppen sollten aber entsprechend klein sein und maximal 4-6 Kinder umfassen. Da Kinder in Krabbelgruppen meist sehr jung sind, sollten Eltern in der Eingewöhnungszeit dort bleiben und sich im Hintergrund aufhalten, bis sich das Kind sicher genug fühlt.
Omas und Opas sind eine beliebte alternative Betreuungsmöglichkeit. Natürlich sind sie nicht staatlich ausgebildet. Kinder lieben jedoch meistens ihre Großeltern und haben bereits einen starken Bezug zu ihnen. Großeltern gehen fürsorglich und liebevoll mit den Kleinen um und verwöhnen sie regelrecht. Wichtig ist hierbei, dass grundlegende Erziehungsfragen geklärt werden. Sonst kann das zu Unstimmigkeiten führen.
Anders als bei der Tagesmutter kommt eine Kinderfrau zu den Eltern nach Hause und passt dort auf das Kind auf. Das Kind wird also in einem bekannten Umfeld betreut. Das ist auch ein großer Vorteil für die Eltern, da sie ihr Kind nirgendwo abliefern oder abholen müssen. Gleichzeitig müssen sie jedoch großes Vertrauen in die Kinderfrau haben, da diese sehr viel Zeit in dem Elternhaus verbringt.
Oft reichen die Kernbetreuungszeiten der staatlichen Betreuungsmöglichkeiten von 7-17 Uhr für Eltern nicht aus. Deshalb greifen sie auf eine flexible Aufsicht zurück. Dazu gibt es die Plattform betreut.de, einen Onlineservice für Betreuung. Hier können Familien anhand von Betreuer-Profilen ganz einfach die passende Betreuung finden.
Du bist auf der Suche nach Betreuung für deine Kinder?

Dann gib hier deinen Wohnort ein und finde eine passende Kinderbetreuung.

Fazit

Aufgrund ihrer Arbeit ist es für Eltern oft nicht möglich, ganztägig auf ihr Kleinkind aufzupassen. Daher brauchen sie ein passendes Betreuungsmodell. Ob Tagesmutter, KiTa oder Kinderfrau – es gibt zahlreiche Möglichkeiten.
Wichtig ist zu beachten, dass jedes Kind individuell ist. Rechtlich gesehen hat jedes 1-3jährige Kind Recht auf einen Betreuungsplatz und jedes Kind ab 3 Jahren Recht auf einen Kindergartenplatz. Doch ob das auch der richtige Weg für das Kind ist, müssen Eltern selbst entscheiden. Denn eine zu frühe bzw. zu späte Fremdbetreuung hat beides Vor- und Nachteile. In jedem Fall braucht das Kind Konstanz, Zuverlässigkeit und eine Bezugsperson.