Kinderbetreuung

Gerade berufstätige Eltern müssen auf qualifizierte private Kinderbetreuer setzen, wenn sie noch keinen Platz in einer Kinderkrippe oder einem Kindergarten bekommen haben. Die private Kinderbetreuung ist sehr vielseitig, je nachdem wieviel Betreuung das Kind braucht. Vom Babysitter über die Tagesmutter bis hin zur privaten Vollzeit-Nanny oder Kindertagespflege gibt es ein breites Angebot. Wir haben für dich die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Lesezeit: 6 Minuten

Illustration einer Frau, die zwei Kindern vorliest, zwei weitere spielen mit Bauklötzen

Babysitter

Meistens sind Babysitter Schulkinder oder Studierende, die auf Stundenbasis Kinder jeden Alters betreuen. Häufig werden sie für die kurzzeitige Kinderbetreuung in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt. So können die Eltern ihre Termine wahrnehmen oder auch einmal Zeit alleine zu zweit miteinander verbringen. Es ist weit verbreitet, dass die Babysitter über Empfehlung an andere Eltern vermittelt werden, jedoch gibt es auch online die Möglichkeit einen passenden Babysitter zu finden. Wenn die Babysitter ein sogenanntes Babysitter-Diplom haben, dann kannst du davon ausgehen, dass sie qualifiziert sind, die Verantwortung während der Kinderbetreuung zu tragen. Das Babysitter-Diplom erhält man, wenn man einen Einführungskurs rund um Babysitter-Themen absolviert hat, zum Beispiel beim Deutschen Roten Kreuz.

Au-pair

Die Aufgaben eines Au-pairs sind mehr oder weniger vergleichbar mit denen von Babysittern. Der einzige Unterschied ist nur der gleiche Wohnsitz und die erweiterte Verfügbarkeit. Ein Au-pair ist ein Kinderbetreuer oder eine Kinderbetreuerin zwischen 18 und 30 Jahren aus dem Ausland, die bei einer Gastfamilie meistens für ein Jahr arbeitet. Insgesamt dürfen Au-pairs nicht mehr als6 Stunden täglich und 30 Stunden die Woche arbeiten. Dafür bekommen sie eine Unterkunft inklusive Essen und Taschengeld. Gastfamilie für ein Au-pair kann jede Familie mit einem oder mehreren Kindern unter 18 Jahren werden. Vor allem in Familien mit mehreren Kindern bieten Au-pairs eine große Entlastung. Gerade auch, wenn die Eltern zusätzlich ganztags arbeiten. Dann ist es der erste Ansprechpartner für die Kinder, wenn Mutter und Vater noch arbeiten oder aus einem anderen Grund nicht zu Hause sein können.

Die Aufnahme eines Au-pairs in die Familie ist mit Kosten verbunden. Es ist zwar verhältnismäßig wenig, aber jede Familie sollte vorab prüfen, ob sie sich ein Au-pair leisten kann. Ob sich die Familie an den Reisekosten beteiligt, ist der Familie überlassen. Sofern dein Au-pair aus einem Nicht-EU-Land kommt, benötigt es ein Visum, dessen Kosten die Gastfamilie übernehmen sollte. Diese monatlichen Kosten sollte eine Gastfamilie einplanen:


  • 260 € monatliches Taschengeld
  • 250 € Verpflegungskosten
  • ~55 € Kranken- und Unfallversicherung
  • ~50 € Zuschuss für Sprachkurs

Ein kleines Mädchen mit Haarspange wird von der Muttter an den Händen geführt.
© priscilla-du-preez/Unsplash

Tagesmutter

Eine Tagesmutter betreut und erzieht Kinder entweder zuhause oder in angemieteten Räumlichkeiten gegen Bezahlung. Die meisten Tagesmütter betreuen häufig ganztägig maximal bis zu fünf Kinder gleichzeitig in ihren Gruppen. Dabei kannst du die Zeit für die Kinderbetreuung, im Gegensatz zur Kita, individuell mit den Tagesmüttern abstimmen.

Die richtige Tagesmutter für mein Kind finden

Mann mit blauem Hemd lehnt auf Fensterbank und tippt auf seinem Smartphone
© thom-holmes/unsplash

Die perfekte Tagesmutter zu finden, kann unter Umständen ein zeitaufwändiges Projekt darstellen. Das kommt vor allem darauf an, wie das Angebot in deiner Umgebung ist. Auf deiner Suche nach der perfekten Betreuung für dein Kind wirst du auf unterschiedliche Tagesmütter stoßen. Gerne hilft dir auch dein örtliches Jugendamt weiter und kann dir Empfehlungen geben, bei welchen Tagesmüttern es noch freie Plätze gibt. Wenn du eine in Frage kommende Tagesmutter gefunden hast, empfiehlt es sich unbedingt nach Möglichkeit ein Kennenlern-Treffen zu vereinbaren. Im Idealfall kannst du auch fragen, ob dein Kind die anderen Tageskinder kennenlernen darf (falls sie noch andere Kinder betreut). So kannst du beobachten und testen, ob dein Kind gut in die Gruppe passt. Dabei gibt dir die folgende Checkliste eine Orientierung, was du alles beim Kennenlernen kontrollieren solltest:

  • Wie ist ihre Persönlichkeit?
  • Welche Qualifikation und Ausbildungen hat sie?
  • Wie sehen die Räumlichkeiten aus?
  • Welche Erfahrung hat sie im Umgang und der Betreuung von Kindern?
  • Welche Punkte sind ihr selbst in der Kinderbetreuung besonders wichtig?
  • Wie sieht der Alltag der betreuten Kinder aus?

Ab wann darf mein Kind zur Tagesmutter?

Manche Eltern haben nach der Schwangerschaft den Wunsch, möglichst schnell wieder den Job aufzunehmen. Dafür suchen sie dann eine Kinderbetreuung. Kinder dürfen dann ab dem Ende des gesetzlichen Mutterschutzes von einer Tagesmutter betreut werden.

Wer darf Tagesmutter sein?

Bevor eine Tagesmutter fremde Kinder betreuen darf, muss sie eine gesetzliche Ausbildung absolvieren. Die Ausbildung zu pädagogischen und pflegerischen Themen wird über das Jugendamt gemacht, wo auch festgestellt wird, ob die angehende Tagesmutter auch persönlich für die verantwortungsvolle Kinderbetreuung geeignet ist. Das Jugendamt erteilt nach Abschluss die Pflegeerlaubnis. Außerdem hat sie die Möglichkeit über das Jugendamt auch Weiterbildungen zu bekommen.

Kleines Kind spielt mit Bauklötzen.
© jelleke-vanooteghem/Unsplash

Was braucht mein Kind bei der Tagesmutter?

Für die Betreuung bei der Tagesmutter braucht dein Kind allerhand Dinge. Hier empfiehlt sich zum Beispiel eine Tasche oder Rucksack, wo alle Sachen zusammen für die Kinderbetreuung aufbewahrt und transportiert werden können. Was alles in die Tasche eingepackt werden sollte:

  • Hygieneprodukte
    • Windeln, Feuchttücher, evtl. Windel-, Wetter-, Sonnencreme, Einweg-Wickelunterlage oder eigenes Handtuch
    • evtl. Zahnbürste
  • evtl. Beruhigungssauger (Schnuller)
  • Ein Wechselwäsche-Set (wird meistens bei Tagesmutter aufbewahrt)
  • Hausschuhe oder rutschfeste "Stopper" Socken
  • Regenkleidung und Gummistiefel

Am Anfang der fremden Kinderbetreuung kann es außerdem hilfreich sein, wenn du deinem Kind zum Beispiel das Lieblingskuscheltier mitgibst. So hat dein Kind in der neuen Situation etwas, das es kennt.

Was passiert, wenn mein Kind oder die Tagesmutter krank wird?

Frau hält im Vorgarten ein kleines Kind in die Luft
© thiago-cerqueira/Unsplash

Tagesmütter tragen nicht nur für dein Kind eine gesundheitliche Verantwortung, sondern auch noch für die anderen Kinder in ihrer Gruppe. Deswegen dürfen Tagesmütter kranke Kinder nicht betreuen. Bevor man also versucht sein krankes Kind doch noch zur Tagesmutter zu bringen, sollte man außerdem besonders folgendes bedenken:

Eine kranke Tagesmutter kann eine komplette Gruppe nicht betreuen!

Für den Fall, dass deine Tagesmutter erkrankt, gibt es manche Tagesmütter, die in einem Netzwerk zusammenarbeiten. So können sie schnell eine Vertretung organisieren und eine laufende Kinderbetreuung sicherstellen. Am besten klärst du vorher mit der Tagesmutter ab, ob sie eine Vertretung im Krankheitsfall anbietet.

Wie ist mein Kind bei Unfällen bei der Tagesmutter abgesichert?

Mann hält Kind auf grüner Wiese an den Händen und dreht sich
© Geber86/iStock

Wenn deine Tagesmutter über eine Pflegeerlaubnis des Jugendamts verfügt, dann ist dein Kind während der Kinderbetreuung über die Unfallversicherung des Landes mitversichert. Am besten informierst du dich noch einmal vor Ort beim Jugendamt über die geltenden Regelungen. Manchmal muss die Tagesmutter zum Beispiel regelmäßig an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen, damit der Versicherungsschutz über die Landesunfallversicherung greift. Kann sie die regelmäßige Teilnahme nicht nachweisen, dann ist dein Kind während der Kinderbetreuung eventuell nicht unfallversichert.

Mein Kind ist in der Kita nicht glücklich: Die Tagesmutter als Alternative zur Kita

Besonders U3-Kindern fällt die Eingewöhnung in den Kita-Alltag schwer. Wenn sich dein Kind bei der Kinderbetreuung auch lange nach der Eingewöhnungsphase mit Händen und Füßen gegen den Abschied von Mama oder Papa wehrt, könnte eine Tagesmutter eine Option sein. Eine Tagesmutter bietet im Gegensatz zur Kita eine Kinderbetreuung in familiärer Atmosphäre. So können sich Kinder zum Beispiel nach und nach daran gewöhnen, dass die Eltern arbeiten gehen. Es gibt durchaus Kinder, die nach ihrem dritten Geburtstag wieder in die Kita gehen und sich dieses Mal besser einleben. Denn wenn der Abschied von den Eltern für die Kinder etwas Normales geworden ist und sie wissen, dass die Eltern sie auch wieder abholen kommen, können sie sich einfacher auf den Kindergarten-Alltag einlassen.

Die Kinderfrau (Nanny)

Im Gegensatz zur Tagesmutter arbeitet die Kinderfrau im Haushalt der Eltern. Meistens handelt es sich dabei um eine Vollzeit-Anstellung, jedoch sind auch Teilzeit-Anstellungen möglich. Es gibt keine Nanny-Ausbildung, jedoch ist meistens entweder eine pädagogische Ausbildung vorhanden oder jahrelange Erfahrung und gute Referenzen aus der Kinderbetreuung.

Eine Nanny erledigt vielseitige Aufgaben rund um die Kinderbetreuung und nach Absprache auch haushaltsnahe Arbeiten. Von den vorgestellten privaten Möglichkeiten zur Kinderbetreuung ist eine eigene Kinderfrau am teuersten.

Welche Aufgaben hat eine Kinderfrau?

Aufgaben Nach Absprache
Kinderbetreuung: Erziehung, Beschäftigung des Kindes mit Spielen und Vorlesen
Kleinere Haushaltsarbeiten
Kochen und Füttern
Wäsche waschen
Wickeln und Körperpflege
Einkäufe
Zubett-Bringen
Botengänge
Kind zum Kindergarten / zur Schule / zu Freizeitaktivitäten bringen
Betreuung des Haustieres

Welche Betreuung ist die richtige für mein Kind?

Es gibt große Unterschiede in der privaten Kinderbetreuung. Vom Babysitter über die Tagesmutter bis hin zur privaten Vollzeit-Nanny oder Kindertagespflege gibt es ein breites Angebot. Letztendlich hängt die Entscheidung davon ab, je nachdem welche, wieviel und wann du Betreuung für dein Kind brauchst.

Öffentliche vs private Betreuung

Vorteil öffentliche Einrichtung Vorteil private Betreuung
Kontakt mit vielen anderen Kindern
Flexiblere Betreuungszeiten
Zuverlässige Qualität
Mehr Aufmerksamkeit und familiäre Atmosphäre
Meistens günstiger
Schnelle Platzverfügbarkeit
Abwechslungsreiche Beschäftigung und Lernanregungen
Individuelleres Leistungsangebot

Jetzt die passende Kinderbetreuung finden

Du brauchst eine verlässliche Betreuung für dein Kind?

Kinderbetreuung in deiner Stadt

Mit Betreut.de und meinestadt.de findest du die passende Kinderbetreuung für deine Kleinen in deiner Stadt.

Kinderbetreuung in ausgesuchten Städten